7. August 2025

Permakultur Training

Permakultur- & Agroforst-Trainingsprogramm zur Stärkung der Community

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Nach monatelangem Planen und Warten haben wir endlich die Förderzusage der Schmitz-Stiftung erhalten. Für unser neues Trainingsprogramm in Kenia stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bis zu 9.860 € zur Verfügung. Und das ist ein großer Schritt für unsere Arbeit in der Region: Denn mit dem neuen Projekt wollen wir gezielt das Wissen über regenerative Landwirtschaft stärken und dabei besonders die regionalen Farmer:innen einbeziehen.

Warum dieses Projekt so wichtig ist

Unsere Region im östlichen Hochland von Kenia zählt zu den sogenannten ASAL-Gebieten (arid and semi-arid lands, von lateinisch aridus: trocken, dürr). Regen fällt unregelmäßig, der Grundwasserspiegel sinkt, Dürreperioden nehmen zu. Viele Familien leben hier von der Landwirtschaft, doch Erosion, nährstoffarme Böden, unsichere Ernten und ein Mangel an Fachwissen bzw. Schulungen erschweren den Alltag. Gleichzeitig führen Abholzung, Sandabbau und Holzkohleproduktion zu einem rasanten Verlust der natürlichen Ressourcen.

Besonders betroffen sind Frauen, Kinder und Jugendliche, die, oft auf Kosten von Schulbesuch und Gesundheit, weite Wege für Wasser und Feuerholz zurücklegen müssen. Und auch das Kinderheim Maua Villa spürt die Auswirkungen der Klimakrise direkt, denn auf unserer Farm kämpfen wir mit denselben landwirtschaftlichen Herausforderungen, wie die Farmer:innen in der Umgebung.

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Was wir tun – und wie

Unser Ziel ist es, Wissen weiterzugeben, das nicht nur heute hilft, sondern langfristig wirkt. Gemeinsam mit lokalen Trainer:innen und einem internationalen Agroforst-Experten organisieren wir von August bis November 2025 ein 14-wöchiges Trainingsprogramm mit wöchentlichen Workshops à vier Stunden. Die Teilnehmenden: Kleinbäuerinnen und -bauern aus der Umgebung, viele davon Gruppenleiter:innen oder andere Multiplikator:innen.

Das Training vermittelt theoretisches Wissen, kombiniert mit praktischen Einheiten direkt vor Ort, in unserem neuen Gemeinschaftshaus. Dort haben wir genug Platz, um gemeinsam zu lernen und uns auszutauschen, bevor es für die praktischen Übungen raus auf die Farmen geht.

Die Themen im Überblick

Jede Woche steht ein anderes Thema im Mittelpunkt: von den Grundlagen der Permakultur bis zu komplexen Agroforstsystemen:

  • Einführung & Bedarfsermittlung: Was brauchen die Teilnehmenden wirklich? Wo stehen sie aktuell?
  • Permakultur & soziale Permakultur: Wie kann regenerative Landwirtschaft Gemeinschaften stärken?
  • Wasser und Boden: Von Swales (Bewässerungsgräben) über Kompost bis Mulchen — hier wird’s richtig praktisch.
  • Saatgut, Pflanztechniken & Schädlingsmanagement: Wie schaffen wir Vielfalt, ohne Chemie?
  • Agroforstwirtschaft: Wie entstehen mehrschichtige Systeme, die nicht nur produktiv, sondern auch klimaresilient sind?

Ein Highlight: In Woche 13 wird Agroforst-Experte Jens Hauck vom Food Forest Network zugeschaltet, um konkrete Einblicke in seine Arbeit im Senegal zu geben.

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Warum wir auf Multiplikator:innen setzen

Wir wissen aus Erfahrung: Wenn Menschen mit Vorbildfunktion neue Methoden kennenlernen und ausprobieren, wirkt sich das auf ihre gesamte Umgebung aus. Deshalb laden wir gezielt Meinungsführer:innen und Gruppenverantwortliche ein, die das neu erlernte Wissen anschließend weitertragen können.

Wer an allen 14 Terminen teilnimmt, bekommt außerdem ein kleines Starterpaket mit einheimischem Saatgut, Bio-Dünger und Kompostwürmern. So können die gelernten Techniken direkt auf der eigenen Farm umgesetzt werden.

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Was wir hoffen. Was wir bewegen wollen.

Wir wünschen uns, dass dieses Training ein Anfang ist: ein Impuls, der bleibt. Dass aus einer Idee ein Netzwerk wird. Dass aus einer Schulung konkrete Verbesserungen auf vielen kleinen Farmen entstehen. Und dass die Menschen in der Region sehen: Es gibt Alternativen - und sie sind machbar, auch mit wenig Ressourcen.

Wir hoffen, dass sich das Projekt mit Folgeworkshops, neuen Themen und weiteren Beteiligten weiterentwickelt. Denn die Herausforderungen vor Ort sind groß. Wir hoffen auf Begeisterung, Wissensdurst und die Offenheit der Teilnehmenden, neue Wege zu gehen und Wandel möglich zu machen.

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