Während die ersten Neujahrsvorsätze bei vielen schon wieder leise verblassen, spüren wir in Maua Villa gerade ganz viel Energie. Es ist eine Mischung aus Freude und Dankbarkeit über einen erreichten Meilenstein und dem frischen Wind, den unsere neuen Familienmitglieder mit in die Maua-Villa-Family bringen. Aber der Reihe nach.

Ich starte direkt mit der Nachricht, die mir einen riesigen Stein vom Herzen fallen lassen hat: Die Secondary School für das Jahr 2026 ist vollständig finanziert! Interessanterweise zeigt sich jetzt, wo wir mit realen Zahlen arbeiten können, dass wir vermutlich sogar unter unserem ursprünglich geplanten Budget von 8.830 Euro bleiben werden. Wir rechnen aktuell eher mit etwa 7.900 Euro für unsere elf Jugendlichen an den weiterführenden Schulen. Es ist unbezahlbar, diese Planungssicherheit zu haben, dass die Ausbildung unserer Schulkinder für dieses Jahr vollständig finanziert ist. Vielen Dank an alle Supporter!
Die Spendenkampagne 2027 haben wir bereits aufgesetzt, um auch diese Finanzierung sicherzustellen.
Für Ngina und Njambi hat ein ganz neues Kapitel begonnen. Die beiden sind von der Kivingoni Primary School an die Plains of Hope School gewechselt und starten dort nun in die Junior Secondary. Am ersten Schultag war die Aufregung so groß, dass sie am liebsten direkt wieder mit Meshack nach Hause gefahren wären. Ich bin schon sehr gespannt auf ihre Geschichten, wenn sie zum ersten Midterm Break wieder nach Maua Villa kommen.
Auch für Mwau und Mutoko gab es eine große Veränderung. Beide haben die Junior Secondary erfolgreich abgeschlossen und besuchen jetzt die Senior Secondary School, also die Klassen 10 bis 12. Mwau lernt an der Machakos School und Mutoko an der Makueni Boys High School. Das sind beides sogenannte National Schools, die ein sehr hohes akademisches Niveau haben und ihre Schüler landesweit auswählen. Besonders stolz sind wir auf Mutoko, der seinen Junior-Abschluss als Drittbester seines gesamten Jahrgangs gemacht hat.
Während die Großen in der Schule Gas geben und viel Zeit in den Internaten verbringen, hat sich unser Alltag in Maua Villa durch zwei neue Mitbewohner verändert. Im September erreichte uns ein dringender Hilferuf vom Children’s Department über eine Familie mit fünf Kindern, die in sehr unsicheren Verhältnissen bei ihrer Großmutter lebte. Die Situation war besorgniserregend, weil es zeitweise tagelang nichts zu essen gab und die Betreuung der Kinder nicht geregelt war.
Mitte Februar wurden Peter (8) und Isaac (3) dann per Gerichtsbeschluss bei uns untergebracht. Die neue staatliche Transition Policy sieht vor, dass solche Unterbringungen zeitlich begrenzt sein sollen. Das Gericht hat in diesem Fall drei Jahre als Zeitraum festgelegt, in denen versucht werden soll, die Herkunftsfamilie so weit zu stabilisieren, dass eine Reintegration möglich ist.
Es ist rührend zu beobachten, wie toll sich die anderen Kinder um ihre neuen “Geschwister” kümmern. Der kleine Isaac wird von den Großen herumgetragen und gefüttert, und Peter sprang schon am ersten Tag fröhlich über das Grundstück. Sobald er sich bei uns in Maua Villa eingelebt hat, wird Peter zum ersten Mal auch eine Schule besuchen.
Zwischen dem Trubel um unsere beiden Neuankömmlinge, gab es leider auch einen Moment der Sorge.Brian ging es zuletzt gar nicht gut.. Was bei dem Elfjährigen mit Ohren- und Halsschmerzen begann, entwickelte sich zu einer schmerzhaften Infektion im Mund und hohem Fieber. Sein Zustand verschlechterte sich immer weiter, sodass er schließlich ins Krankenhaus in Matuu eingeliefert werden musste. Da die Antibiotika zunächst nicht wie erhofft anschlugen und Brian trotz Schmerzmittel weinend vor Schmerz aufwachte, wurde er in eine zwei Stunden entfernte spezialisierte Klinik mit Kinderstation verlegt. Ich war darüber extrem erleichtert, da manche ärztliche Ratschläge durchaus fragwürdig waren.
Im Krankenhaus in Machakos trafen Brian und Meshack auf kompetente Ärzte, die seinen Zustand zum Glück stabilisieren konnten. Auch wenn das Essen und Trinken für ihn noch schmerzhaft ist, heilen die Wunden langsam ab und er kann wieder sprechen. Wir hoffen sehr, dass er bald wieder gesund bei uns in Maua Villa sein kann.
Wenn Brian in den nächsten Tagen wieder aus dem Krankenhaus zurückkehrt, wird er Maua Villa kaum wiedererkennen, denn hier wurde gestrichen, was das Zeug hält. Das Mädchenhaus wurde von innen neu verputzt, um es sicherer vor Skorpionen und Schlangen zu machen. Dabei hat es auch gleich einen frischen Anstrich bekommen. Und auch das Jungenhaus strahlt wieder in neuem Glanz. Ganz besonders auffällig wird das in der Küche: Der jahrelange Ruß vom Kochen mit Feuerholz ist verschwunden. Die Küche leuchtet jetzt in einem sanften Salbeigrün und wirkt so viel heller und sauberer.
Das frische Grün passt perfekt zu unserer Green-Cooking-Initiative. Seit Mitte Januar ist unsere eigene Biogasanlage in Betrieb. Damit ist das Kochen mit Feuerholz Geschichte. Das bedeutet weniger Rauch und Ruß, was ein großer Gewinn für die Gesundheit unseres Teams ist. Außerdem sind wir damit unabhängig von den schwankenden Holzpreisen und haben als Nebenprodukt wertvollen Bio-Dünger für unsere Farm. Fast schon kitschig perfekt: Pünktlich zur Inbetriebnahme der Anlage hat eine unserer Kühe ein Kalb bekommen, das nun zur Gasproduktion beiträgt.
In den Weihnachtsferien hatten wir außerdem einen dreitägigen Selbstverteidigungskurs in Maua Villa. Weil es in der Community leider immer wieder zu Gewalt kommt, finden wir es wichtig, dass die Kinder lernen, Grenzen zu setzen und Gefahren besser einzuschätzen. Die Kinder hatten großen Spaß bei den Übungen und können sich nun sicher und stärker fühlen. Sie haben bereits gefragt, ob es eine Wiederholung geben wird.

Apropos Weihnachtsferien hier noch ein kleiner Ausschnitt und Rückblick zur Weihnachtsfeier der Gouverneurin von Machakos (Wavinya Ndeti). Das Video zeigt unsere Kids, wie sie bei der Feier vor dem State House die Gouverneurin zum Tanzen aufgefordert und zusammen getanzt haben. Hier kannst du das Video bei YouTube anschauen.
Zum Abschluss möchte ich noch ein riesiges Danke an unsere Pamoja-Friends aussprechen. Auf Initiative von Steffi haben eure großartigen Sachspenden den weiten Weg nach Kenia gefunden. Dank ihrer Initiative sind sieben Koffer voller hochwertiger Schätze bei uns angekommen. Von neuen Schuhen und Schulrucksäcken bis hin zu Sportbekleidung und Kosmetik war wirklich alles dabei. Wir sind einfach nur dankbar für dieses großartige Geschenk und die Wertschätzung, die darin steckt.
Wenn du Lust hast, dann schau doch mal auf unserer neuen LinkedIn-Seite vorbei, die wir gerade aufbauen. Wir freuen uns riesig, wenn du uns dort folgst oder unsere Beiträge in deinem Netzwerk teilst. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass noch mehr Menschen von Maua Villa erfahren.
Herzliche Grüße aus Maua Villa,
deine Anja mit der großartigen
Unterstützung von Heike & Jochen
