Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht in Maua Villa fröhliches Treiben. Dank Midterm-Break (Kurzferien) ist schulfrei und unsere Kinder genießen ihre kurze Pause zuhause bei uns in Maua Villa. Es ist wunderbar zu sehen, wie sie sich über die Veränderungen und Fortschritte in ihrem Zuhause freuen, von denen ich euch in diesem ersten Newsletter im Jahr 2025 erzählen möchte.
Die Fertigstellung unseres Gemeinschaftshauses und des angrenzenden Lagerraums bietet uns die Möglichkeit, die Räumlichkeiten in Maua Villa besser zu strukturieren. Wir nutzen die Gelegenheit, um freigewordene Flächen sinnvoller zu verwenden:
Ein herzliches Dankeschön an Auto-Elektrik Thomas Michels e. K. für die finanzielle Unterstützung bei diesen Umbauarbeiten!
Wir haben den Midterm-Break außerdem dazu genutzt, um unseren vier ältesten Jungs einen lehrreichen Tag in einem Fahrradladen in Matuu zu ermöglichen. Dort lernten sie, Bremsen zu reparieren und Schaltungen einzustellen. Ihr Wissen gaben sie am nächsten Tag direkt an die jüngeren Kinder in Maua Villa weiter. Wir hoffen, dass wir so künftig die gängigsten Reparaturen selbst durchführen können. 🚲 #Wissensaustausch #Empowerment
Ein Zahnarzt aus Matuu besuchte uns in Maua Villa und brachte den Kindern auf spielerische Weise Wissen rund um Zahngesundheit näher. Mit anschaulichen Erklärungen und praktischen Übungen lernten sie, wie wichtig regelmäßiges Zähneputzen ist. Die Kinder hatten viel Spaß und haben den Zahnarzt mit Fragen gelöchert. Ein toller Besuch, der hoffentlich nachhaltige Wirkung zeigt!
Auch dieses Jahr starteten wir mit einer gemeinsamen Planungsrunde, um uns als Team abzustimmen und unsere Ziele für 2025 festzulegen. Unser langfristiges Ziel bleibt bestehen: wir möchten ein selbsttragendes Kinderheim schaffen, das auch Wissen und Bewusstsein vermittelt und als Bildungsstätte für die lokale Community dient. Konkret lautet die Zielstellung:
“To establish a self-sustainable children’s home that not only provides a nurturing environment for children but also serves as a hub for raising awareness and empowering the local community through education and sustainable practices.”
Die Session war in zwei Teile gegliedert. Zunächst ging es um die Bedeutung gemeinsamer Ziele und wie man diese überhaupt definiert (Stichwort SMART Goals). Anschließend wurden in den einzelnen Verantwortungsbereichen konkrete Ziele für das erste Quartal entwickelt.
Für die Farm wurden beispielsweise folgende Ziele definiert:
Und damit wir unsere Ziele auf der Farm auch erreichen, sie weiter wächst und gedeiht und uns mit reichen Ernten beschenkt, haben wir ein neues Ritual eingeführt.
Einmal im Monat arbeitet das gesamte Team ab sofort gemeinsam auf der Farm. Bei unserem ersten Einsatz bereiteten wir den Agroforst auf die Trockenzeit vor, indem wir den Boden lockerten, Kompost einarbeiteten und eine Mulchschicht anlegten. Der gemeinsame Farm-Tag hat nicht nur allen viel Freude bereitet, er war auch äußerst motivierend für das Farm-Team und hat zudem den Teamgeist gestärkt. Diese Maßnahmen zahlen direkt auf unser Ziel „Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit“ ein.
Ein weiterer Schwerpunkt für 2025 ist die Verbesserung des Bildungsstandards der Schule, auf die unsere Primary-Kids gehen: die Kivingoni Primary und Junior Secondary School. Wir hatten bereits ein erstes Treffen mit Schulleiter Mbondo. Ich bin gespannt, wie zügig wir – trotz der oft langsam mahlenden Mühlen in Kenia – Fortschritte in diesem Bereich erzielen können.
Wir sind unendlich dankbar, dass wir die Schulkosten für neun unserer Kinder/ Jugendlichen für 2025 vollständig finanzieren konnten. Nun hat Felistus bereits die Planung der Schulkosten für 2026 erstellt, was ihr aufgrund der gesammelten Erfahrungen und realen Zahlen viel leichter gefallen ist. Für das Jahr 2026 werden sich die Gesamtkosten für elf Kinder auf insgesamt ca. 8.827 € belaufen – also 802 € pro Kind. Unsere ursprüngliche Schätzung für 2025 belief sich auf 900 €.
Zum Schluss möchte ich noch etwas aus Maua Villa herauszoomen. Die jüngste Entscheidung der US-Regierung, die Finanzierung der United States Agency for International Development (USAID) zu stoppen, hat erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesundheitswesen und soziale Einrichtungen. Diese erst mal technisch klingende Aussage führt nicht nur bei uns in Kenia zu riesengroßen Problemen.
Viele Children’s Charitable Institutions (CCI) – wozu auch Kinderheime zählen – werden schließen müssen oder geraten durch das Ausbleiben der Finanzierung in Not. Lebenswichtige Medikamente für die Behandlung von HIV oder Tuberkulose werden nicht mehr kostenlos ausgegeben, sondern können im öffentlichen Matuu Level 4 Hospital (unser nächstes Krankenhaus) nur noch käuflich erworben werden. Die Ernährungshilfe für HIV- und Tuberkulose-Patienten wurde bereits gestoppt. Die kenianische Regierung kann diese Lücke leider nicht füllen.
Meshack ist derzeit in Nakuru, um die Situation in den von der Schließung betroffenen Kinderheimen gemeinsam mit fünf weiteren Delegierten von namhaften Organisationen wie Plant International und Care Kenya zu bewerten. Die Delegierten wurden vom Children’s Department in Kithimani beauftragt – jedoch ohne staatliche Unterstützung zu erhalten. Die betroffenen Kinder sollen auf andere Kinderheime verteilt werden. Weil von der Schließung jedoch nicht nur Kinderheime, sondern auch Jugendheime mit kriminellen Kindern betroffen sind, dürfte das für die Kinderheime eine große Herausforderung werden.
Genaue Zahlen, wie viele Kinder von den Schließungen betroffen sind, gibt es voraussichtlich im kommenden Monat, wenn die Bewertung abgeschlossen ist. Nach der 90-tägigen Übergangszeit werden die betroffenen Children’s Charitable Institutions schließen müssen. Einrichtungen, die von anderen Organisationen finanziert werden, bleiben bestehen. Diese Ankündigung ist viel zu kurzfristig und es erscheint unmöglich, die Schließung so vieler Einrichtungen in so kurzer Zeit bewältigen zu können. Ich werde euch im nächsten Newsletter bestimmt mehr zu diesem Thema erzählen können.
Vor dem Hintergrund solcher beunruhigenden Entwicklungen finde ich es besonders schön, Teil einer so wunderbaren Gemeinschaft wie Pamoja Africa sein zu dürfen. Eure Unterstützung macht all diese Fortschritte erst möglich – von der Bildung unserer Kinder bis hin zu nachhaltigen Verbesserungen in Maua Villa. Gemeinsam können wir noch viel bewegen! Ich freue mich darauf, euch in ein paar Monaten mit neuen Einblicken und Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Asanti Sana! Pamoja – Together Strong 💛
Deine Anja mit der großartigen Unterstützung von Heike & Jochen